Crítica y Teología del Antiguo Testamento

Das Leben der Anderen,…

… so heißt ein deutscher Spielfilm, der vor einigen Jahren in die Kinos kam.
 Nein! Ich will jetzt keinen Vergleich zwischen den Stasimethoden, die in diesem Film thematisiert werden und denen der peruanischen Geheimpolizei ziehen, noch möchte ich über das ausspionierte Leben von anderen Mitbürgern in Lima berichten. Ganz im Gegenteil! Ich will, das sich Einmischen in das Leben „der Anderen“ einmal als eine positive Herausforderung betrachten. Amrei und mir  ist in der letzten Zeit erneut ganz wichtig geworden: Wie denken, leben und fühlen „die Anderen“, d.h., die Menschen um uns herum, mit denen wir auch außerhalb von Gemeinde und Seminar Kontakt haben? Wir mussten und müssen uns zudem auch immer wieder fragen: Sind wir wirklich bereit, Zeit, Kraft und Geld zu investieren, um mit diesen „Anderen“ echte Beziehungen zu pflegen? Da sind beispielsweise etliche Kontakte, die Amrei beim Gassi gehen mit unserem Hund in den letzten Jahren mit anderen Hundebesitzern knüpfen konnte. Da sind durch unseren Gesundheitssport Freundschaften mit Nichtchristen entstanden. Wie wichtig sind uns diese Menschen? Sehen wir sie nur als „Auftrag“?

Um gleich irgendwelchen Missverständnissen vorzubeugen muss gesagt werden, dass es ganz sicherlich unser Wunsch und Gebet ist, dass diese Menschen in eine lebendige Beziehung mit Jesus gelangen. 

Doch muss noch mal gefragt werden: Sehen wir diese Menschen nur als „Auftrag“, sozusagen als „Evangelisationopfer“ oder weniger hart formuliert als „Evangelisationszielgruppe“?

Gerade weil uns auch das Seelenheil „der Anderen“ so wichtig ist, sollten wir sie nicht nur als „Zielgruppe“ ansehen. Wir sollten uns vielmehr in das Leben dieser „Anderen“ einmischen. Aber wie sieht dieses Einmischen im positiven Sinne aus? Für uns ist der Aspekt des Mitlebens ganz wichtig geworden. Wie können wir sonst diese „Anderen“ als Personen mit ihren Freuden, Leiden, in ihrer Arbeitswelt, ihrer Freizeitgestaltung usw. kennen lernen und ernst nehmen?

In einem alten Lied aus unser Jugendzeit heißt es in einer Strophe: „Unser Leben redet lauter als die Worte, die wir sagen“. Können wir überhaupt noch echte Beziehungen zu „den Anderen“ aufbauen? Predigen wir nicht manchmal zu viel und leben zu wenig (echte Beziehungen, innerhalb und außerhalb der Gemeinde)? Wer sich fast ausschließlich in der Gesellschaft von Christen bewegt, das haben wir gemerkt, verliert mit der Zeit die Natürlichkeit in seiner Fähigkeit, Freundschaften mit „den Anderen“ anzufangen.  Gut und richtig, unsere Familie sind in erster Linie die Geschwister in der Gemeinde. Aber wir wollen doch auch, dass „die Anderen“ dazukommen, oder? Ich bin davon mehr und mehr überzeugt, dass dieses in erster Linie über ein echtes, transparentes Leben geht, welches das sich „Einmischen“ in das „Leben der Anderen“ nicht scheut. Sollten wir nicht ein solides Fundament bauen, ein Fundament des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts, auf dem dann Gott mit und durch sein Wort wirken kann? Wir stehen jeden Tag aufs Neue in unserem Dienst am Seminar, in der Gemeinde aber auch sonst vor der Herausforderung, an all den Orten, an die uns Gott gestellt hat, ein echtes Leben zu führen, das die Liebe Jesu zu den Menschen widerspiegelt.

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